Das Aussehen
Unglücklicherweise muß man hier in Italien GED direkt beim Autor ordern, um es zu bekommen, da es keinen italienischen Distributor gibt. Die Lieferung ist eine einfache CD-ROM, auf welcher auch die Dokumentation, nur in Englisch und Deutsch, zu finden ist.
Die Installation
Auf der CD ist der standardmäßige Installer, mit welchem man entweder von einer
älteren Version upgraden oder eine Komplettinstallation durchführen kann. Die
Prozedur ist vollautomatisch und die Zuweisungen werden wie üblich in die user-startup
integriert. Es trat jedoch ein Problem auf: nach dem Reset des Computers versuchte
ich GED zu starten, aber es schien nicht zu funktionieren, da einige Konfigurationsdateien
fehlten. In der Tat wurden diese Dateien nicht installiert, da sie in einem
anderen Verzeichnis lagen. Erst nach langer Suche durch die CD fand ich sie.
Ich hoffe, daß dieses Verhalten nur mit meiner CD passierte und nicht so vorgesehen
ist. Nachdem ich die Sache in Ordnung gebracht hatte, funktionierte alles wunderbar.
Der Test
Nach dem Start öffnet GoldED ein Editorfenster auf der Workbench ; links oben, unter dem Fenstertitel befindet sich eine Statusleiste, in welcher die Cursorkoordinaten und die Zeilenlänge des Blattes stehen. Darunter befindet sich die Werkzeugleiste mit verschiedenen Instrumenten.
GoldED besitzt alle Funktionen, welche ein Editor haben muß, sogar leistungsfähiger
und er hat auch noch ein paar mehr, z.B. drei eigenständige Zwischenspeicher,
einfach über Menü zu bedienen, die klassischen Suchen- und Ersetzen-Werkzeuge;
man kann ebenso Sprungmarken setzen, um sich schnell durch ein Dokument zu finden,
die Möglichkeit der Umorganisation des Editorfensters. Eine Undo/Redo-Funktion
erlaubt das Beseitigen von Fehlern jeder Art. Wir können spezielle ASCII-Zeichen,
Dateinamen und Verzeichnisse eingeben, Kommadozeilen ausführen, Makros erstellen,
speichern und verändern und vieles mehr. Es ist möglich, Texte von PCs einzulesen
und dabei das störende "CR" zu entfernen. Aber die echte Leistung holen wir
erst heraus, wenn wir diesen Editor anpassen: GED erlaubt die Konfiguration
jedes einzelnen Teils, von der Werkzeugleiste bis zu den Kontextmenüs, welche
bei Betätigung der rechten Maustaste irgendwo im Text erscheinen.
So können wir verschiedene Werkzeugleisten mit internen Makros, Arexx-Skripten
oder einfachen DOS-Kommandos einstellen, und diese neuen Werkzeugleisten können
automatisch aufgerufen werden, wenn ein bestimmtes Blatt geöffnet wird: beim
Öffnen eines HTML-Dokuments wird die passende Werkzeugleiste eingeladen.Jede
Werkzeugleiste liegt unter der Statuszeile, man kann sie nicht an das untere
Ende oder vertikal lagern.
Eine andere nicht zu unterschätzende Eigenschaft von GED ist die Fähigkeit,
Textabschnitte zu unterstreichen, welche z.B. HTML, C oder ASM Kommandos darstellen;
der Editor nutzt "Scanner" zum Erkennen der Schlüsselwörter dieser Sprachen.
Man kann sich Farben für diese Darstellung aussuchen. Das Ergebnis ist ein überschaubareres
Dokument, mehr noch, man findet Tippfehler viel leichter, da nicht erkannte
Wörter nicht markiert werden. Auch die Suchfunktion nutzt diese "Scanner". Es
wird praktisch eine Liste aller benutzten Schlüsselwörter dieses Blattes vorgehalten,
und durch Anwahl eines ist es möglich, schnell durch das Dokument zu wandern
und eventuell die Syntax oder Parameter zu optimieren.
Andere veränderbare Sachen sind die Menüs, die normalen und die Kontextmenüs.
Im einzelnen können wir letztere so einstellen, daß einige eingestellte Optionen
beim Anklicken von Wörtern mit der rechten Maustaste gezeigt werden. In den
normalen Menüs sind jedoch immer noch verschiedene neue Funktionen bezüglich
bestimmter Programmtypen abrufbar. Außerdem können wir die wichtigsten Funktionen
über Tastaturkürzel unseren Wünschen gemäß definieren.
Es ist wichtig, die große Anzahl an internen Kommandos und Funktionen zu erwähnen,
um eine ideale Arbeitsumgebung zu schaffen. Neben den internen Kommandos steht
ebenso ein Arexx-Port zur Verfügung.
Zwei ähnliche und nützliche Funktionen sind APC (AutoCompletion) und Intellisense;
ersteres erlaubt das Anlegen eines Wörterbuchs, mittels welchem der Editor Wörter
vervollständigen kann (wir schreiben "am" und durch Drücken von ESC wird dies
zu "Amiga" vervollständigt mit der Korrektur des ersten Buchstabens). Diese
Funktion erleichtert das Schreiben von Programmen, besonders, wenn jemand oft
Bezug zu einem "Tag" (englisch: für Markierung, Redensart), gewöhnlich lange
Sachen, herstellen muß. Intellisense ist ebenso zum Vervollständigen von Wörtern
gedacht: das gesamte Dokument wird analysiert und es wird versucht, ein Wort
anhand der vorhandenen Wörter zu vervollständigen. Ein Beispiel: wir möchten
das Wort "Dokumentation" schreiben. Nach dem Schreiben von "Dok" drücken wir
Shift+Leertaste und das Wort ist automatisch vervollständigt, aber nicht mittels
eines Wörterbuches, da es sonst sein könnte, daß der Editor uns dann "Dokument"
hinschreibt. Die Lösung ist sehr zufriedenstellend, da die Anzahl der Zeichen,
welche zum Vergleich hinzugezogen werden sollen, einstellbar ist.
Last but not least, gibt es noch einen Makroeditor zum Aufnehmen und Speichern,
Verändern und eventuellem Optimieren von Makros, wodurch Vorgänge beschleunigt
werden können, die sonst lang und eintönig sind.
Schlußbetrachtung
GoldED kommt als exzellenter Editor, seine enormen Fähigkeiten der Anpassung machen eine persönliche Gestaltung einfach, und bei guten C-Kenntnissen lassen sich eigene "Scanner" schaffen. GED ist der Editor im Storm-C Paket von Haage & Partner und somit ist die Verbindung zum Storm-C Debugger perfekt. Die Abläufe von Kommandos sind nicht so schnell, besonders bei 256 Farben auf AGA-Maschinen, aber dies ist ein Hardware- und kein Softwareproblem. Der einzige kleine Fehler könnte bei der Konfiguration liegen: Falls wir vergessen, wo eine bestimmte Option ist, kann es lange dauern bis wir sie auf den vielen verschiedenen Seiten finden. Wenn ich ehrlich bin, fand ich den Weg früherer Versionen besser, aber jetzt ist die Gestaltung unzweifelhaft geordneter.
Während des Tests nutzten wir: |
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Lovera Marco.
Recensione by Marco Lovera | |
Gestaltung von Joseph Lombardo, Maffi Vittorio |
Kontakt: petty@amiworld.it |
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